Obwohl der Begriff Change Management in aller Munde ist, scheitern nach wie vor ca. 70% aller Veränderungsvorhaben von und in Unternehmen. Das überrascht weil der ständige Wandel heutzutage fast schon zum Unternehmensalltag gehört. Allerdings geraten Organisationen, die sich nicht verändern und neuen Anforderungen nicht gerecht werden können, langfristig unter großen Druck oder verschwinden sogar vom Markt. Stellt sich die Frage: Wie kann sich ein Unternehmen erfolgreich verändern?

Hier unsere sieben Faktoren für erfolgreiche Veränderungen:

1. Benennen Sie ein klares Ziel. Gehen Sie die Risiken der Veränderungsphase nie ziellos oder ohne erwarteten nachhaltigen Mehrwert ein. Veränderungen bringen zeitweise Instabilität und verminderte Leistungsfähigkeit des Unternehmens mit sich. Deshalb benötigen schwerwiegende Veränderungen eine gründliche Analyse und Vorbereitung und sollten nicht aus dem Bauch heraus entschieden werden.
2. Haushalten Sie mit Ihren Mitteln. Je weniger Ressourcen für ihr Veränderungsvorhaben zur Verfügung stehen, um so wichtiger sind sinnvolle Weichenstellung, die Einbindung aller notwendigen Projektpartner und eine adäquate Kommunikation zu Beginn des Projektes. Denn wenn sachliche Inhalte und Emotionen in angemessener Weise Berücksichtigung finden, erspart dies unnötige Verzögerungen und Konflikte und damit Energie und Kosten.
3. Holen Sie alle mit ins Boot. Sie wollen, dass Ihre Mitarbeiter und Partner die Veränderung unterstützen? Nehmen Sie sich Zeit, um den Sinn Ihres Veränderungsvorhabens zu erläutern. Nur wer die geplante Veränderung sinnvoll findet, wird diese nicht boykottieren sondern unterstützen. Wenn Ihnen dies gelingt, erhöht sich Ihre Erfolgsrate, laut einer Studie von McKinsey aus dem Jahr 2010, um erstaunliche 79%.
4. Nutzen Sie Widerstand. Als Führungskraft stehen Sie vor der Herausforderung, den Widerstand gegen die Veränderung in Engagement für das Vorhaben zu verwandeln. Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie Widerstand als das begreifen was es ist: ein Kommunikationsangebot. Denn wer Widerstand übt, hat sich inhaltlich mit dem Thema auseinandergesetzt und liefert wichtige Hinweise, was zu berücksichtigen ist.
5. Erlauben Sie sich eine Phase des Übergangs. „Scheiden tut weh“ und „Aller Anfang ist schwer“. Jede größere Veränderung bringt mit sich, dass sie für einen Moment weniger leistungsfähig sind, als in Ihren vertrauten Strukturen. Das ist normal und kein Zeichen schlechter Unternehmensführung. Gerade für Führungskräfte kann es sehr entlastend sein, wenn man dies von Anfang an berücksichtigt, anstatt unhaltbare Erwartungen zu definieren.
6. Würdigen Sie das Alte, bevor Sie sich dem Neuen zuwenden. Auch wenn das bisherige Vorgehen zukünftig keinen mehr Nutzen hat, so hat es Sie doch erfolgreich bis hierher gebracht.
7. Veränderungen brauchen Zeit. Auch wenn Sie ziemlich genau wissen, was Sie verändern wollen, brauchen Sie einen guten Plan und einen angemessenen Zeitraum, um von A nach B zu kommen. Jede Veränderung hat neben der strategischen und strukturellen auch eine kulturelle Seite hat, die es zu berücksichtigen gilt. Wenn Sie wollen, dass Ihr Veränderungsvorhaben gelingt, sollten Sie neben den neuen Inhalten und Prozessen auch die Bedürfnisse und Emotionen aller Betroffenen im Blick haben. Es dauert einen Monat länger, bis die Veränderung das ganze System durchdrungen hat.

Für uns ist der Kern von Change Management jene Balance zwischen Instabilität und Stabilität, zwischen der Rolle des Managers, der die Organisationsstrukturen optimiert und der des Unternehmers, der in die Zukunft investiert. Sie brauchen beide Rollen und beide Zustände um dauerhaft erfolgreich zu sein. Veränderungen begegnen uns fortwährend in unserem Leben – begegnen Sie Ihnen daher mit Gelassenheit, Optimismus und der notwendigen Professionalität und Sie werden zu jenen 30% gehören, die sie erfolgreich meistern.