Zwischenmenschliche Spannung und das spüren von Polarität sind wichtige Marker der Führungsarbeit.

Von Führungskräften wird oft der wahrgenommene Gegenpol als „Gegner“ identifiziert und bekämpft. Wenn wir etwas für wahr halten, schreiben wir dem Gegenteil zu, falsch zu sein. Doch eine Meinung oder ein Wert macht nur dann Sinn, wenn es auch einen Gegenpol dazu gibt. Kraft braucht Nachgiebigkeit und Härte braucht Weichheit sonst führt dies zu einem unendlichen Ringen. Rationale Entscheidung brauchen Emotionen und Leidenschaft für die Umsetzung. Zielstrebigkeit braucht Gelassenheit damit diese nicht zum sinnentleerten Karrierewahn wird und umgekehrt braucht die Gelassenheit die Zielstrebigkeit damit derjenige nicht in der energielosen Trägheit endet. Die wechselseitige Bezug von Tugend und Schwesterntugend von Pol und Gegenpol macht erst den Wert und den Erfolg von Führung aus. Erst aus der Integration ist die angestrebte Entwicklung möglich.

Führungskräfte sollten lernen, in den Kontakt mit dieser Resonanz zu gehen in dem sie z.B. Kritik und Widerstand nicht als Angriff sondern als Kommunikationsangebot begreifen. Resonanz ist ein Zeichen von Lebendigkeit. Sie macht deutlich, dass sich mein Gegenüber mit dem Inhalt auseinandersetzt. Wenn Führungskräfte dies aufgreifen können, statt es zu bekämpfen, kann Freude an der Führungsarbeit und an den Veränderungen entstehen.