Viele Veränderungen misslingen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein Blick hinter die Fassade von gescheiterten Veränderungsvorhaben liefert wichtige Erkenntnisse. 10 Gründe, warum Changeprojekte scheitern:

  1. Vertrautes loszulassen fällt am schwersten. Wer nur vom Neuen und der Veränderung spricht ohne Halt zu bieten oder das Alte zu würdigen, hat es schwer Mitstreiter zu gewinnen.

  2. Oft kommt es in der Veränderung zu einem Interessenkonflikt zwischen der Unternehmensführung und den Mitarbeitern. Manchmal liegt es aber auch nur an der Kommunikation. Wenn die Botschaft lautet „Kosten senken, um den Unternehmenswert zu steigern“, werden Mitarbeiter, die stabile Arbeit und ein sicheres Einkommen wollen, sich nicht angesprochen fühlen.

  3. Damit sich die Mitarbeiter engagieren, müssen Sie einen Sinn in der Veränderung sehen. Anstatt eine attraktive Zukunft in möglichst lebendigen Bildern zu malen, liefern Führungskräfte oft schicke Powerpointfolien mit abstrakten Fachbegriffen und Zahlen.

  4. Der Grund für die Veränderung ist für die Betroffenen emotional zu weit weg. Der aktuelle Zustand wird nicht als gefährdet angesehen, sondern ist komfortabel und vertraut.

  5. Wenn es um die eigene Arbeit geht, möchten Führungskräfte und Mitarbeiter gefragt und beteiligt werden. Niemand will Objekt anonymer Pläne sein. Wer sein Schicksal nicht mit gestalten darf, geht in den Widerstand oder schaltet ab.

  6. Vieles bleibt so wie es ist, weil Abhängigkeiten und der Wunsch „Niemandem weh zu tun“ so stark sind. Absolute Harmonie ist der größte Feind erfolgreicher Veränderungen.

  7. Wenn Führungskräfte Veränderung einfordern, sich selbst aber nicht auf diese einlassen können, werden Ihre Mitarbeiter eher den Taten als den Worten folgen.

  8. Die Unternehmenskultur bestimmt die Veränderungsmöglichkeiten. Die ungeschriebenen Gesetze, welche definieren, was belohnt und was bestraft wird bzw. die erklären, wie die Welt innerhalb und außerhalb des Unternehmens funktioniert, geben den Rahmen vor für das Veränderungsvorhaben. Dadurch stehen bestimmte Perspektiven gar nicht als Handlungsoptionen zur Verfügung.

  9. Unternehmen brauchen auch Phasen von Stabilität. Wenn alles ständig in Bewegung ist, lernen die Mitarbeiter schnell abzuwarten, was passiert.

  10. Obwohl Ängste im Wirtschaftsleben keinen Platz haben, bestimmen sie doch maßgeblich unser Verhalten bei Veränderungen. Daher sollten Ängste wie Arbeitsplatz- oder Identitätsverlust, Überforderung und Verlust des sozialen Umfeldes erst- und wahrgenommen werden.